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Im Trauerfall familiär, preiswert und fair |
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Schriftliche Überlieferungen über die Anfänge des Bestattungswesens in unserer Gegend sind leider nicht vorhanden. Jedoch gibt es Funde aus dem mittelsächsischen Raum, die bezeugen, dass die Menschen in der Jungsteinzeit vor ca. 6000 Jahren schon Gräber für ihre Toten angelegt hatten.
Als um 1320 die ersten Bergleute aus dem böhmischen Schlackenwerd nördlich von Oberlungwitz uffn hohen Stein Schächte in den Berg gruben, hatten sie auch noch keinen eigenen Friedhof.
Nach mündlichen Überlieferungen gingen die Bergleute nach Oberlungwitz in die St. Martinskirche. Sie brachten ihre Toten auf den dortigen Friedhof, um sie beizusetzen.
1536 wurde in Hohenstein der erste Pfarrer der Stadt angestellt. Gleichzeitig begann man mit dem Bau einer eigenen Kapelle. Sie war noch aus Holz und Lehm gebaut und befand sich am heutigen Standort der St. Christophori-Kirche.
Um diese Kapelle legte man den ersten Friedhof an. Die letzten Grabsteine von dieser Anlage befinden sich noch im Besitz der St.-Christophori-Gemeinde.
Zu dieser Zeit endet auch die kirchliche Verbindung zwischen Hohenstein und Oberlungwitz.
Bereits 1565 war die Kapelle zu klein geworden und man begann mit dem Bau einer Kirche. Der Friedhof wurde außerhalb der Stadt Richtung Osten (gegenüber der heutigen “roten Achte” an der Dresdner Straße) verlegt. Bis 1884 diente er an dieser Stelle als Begräbnisplatz.
Am 1. Advent 1869 wurde der neue Friedhof an der heutigen Hinrich-Wichern-Straße eingeweiht. Der alte Gottesacker wurde zwischen 1904 und 1905 in eine Parkanlage umgewandelt. Zu dieser Zeit betrug die Fläche 7800 qm. Sie reichte für 1350 große und 1840 kleine Gräber.
1874 baute man die Singehalle vom alten Friehof ab und stellte sie auf dem neuen Friedhof wieder auf.

Dieser Engel ziert den wahrscheinlich ältesten Sarg
auf dem
St.-Christophori-Friedhof
im Stadtteil Hohenstein.
Dieser wurde einst vom alten Friedhof auf den heutigen verbracht.
In ihm ruhen die Gebeine eines bekannten Hohensteiner Kaufmanns.
Am 24.6.1888 erweiterte man den neuen Friedhof um 7400 qm.
Bereits 1904 wurde er wieder um 4000 qm erweitert.
1908 wurde die alte baufällige Singehalle abgerissen und von dem Hohenstein-Ernstthaler Baumeister Louis Richter durch eine neue Kapelle ersetzt.
Historische Ansicht der Friedhofskapelle in Hohenstein.
Überlieferungen zu folge, fand die erste Trauerfeier in dieser Kapelle noch vor deren Fertigstellung statt.
Hierbei handelte es sich um die Ehefrau des Baumeisters, welche von hier aus zu Grabe getragen worden sein soll.
Nach dem Abbruch der alten Aufbewahrungshalle wurde am 4.11.1999 eine neue ihrer Bestimmung auf dem Hohensteiner Friedhof übergeben.
Auf diesem ruhen auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus der Ortsgeschichte, wie Herrmann Ebersbach, Pfarrer Kurt Rietzsch aber auch von der einstigen Industrie, wie die Familien Vetter, Rössel, Säuberlich, Haase, Clauß uva. Weiterhin hat hier auch der erste Chemnitzer Oberbürgermeister Dr. Heinrich Friedrich Wilhelm André seine letzte Ruhe gefunden, welcher ua. maßgeblich die Entwicklung des deutschen Patenrechts beeinflusst hat.
In dieser Grabstelle ruht Dr. Wilhelm André
(* 1827 in Quaakenbrück + 12. Juni 1903 in Chemnitz) welcher von 1874 bis 1896 der erste Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz war.
Einen Grabstein, der an diesen bedeutenden Politiker und Juristen erinnert sucht man leider vergeblich.
In Hohenstein-Ernstthal befindet sich noch ein zweiter Friedhof, der Eigentum der St.-Trinitatis- Gemeinde im Stadtteil Ernstthal ist. Nach der Gründung von Ernstthal im Jahre 1680 benutzten die Einwohner von den neuen Waldplätzen den Friedhof von Hohenstein mit und später den von St. Martin in Oberlungwitz.
Aber schon 1687 fanden auf einen an der jetzigen Hohen Straße neu angelegten Friedhof erste Begräbnissse statt.
Der Stadtgründer Johann Simon stiftete für die Friedhofsmauer eine beträchtliche Summe. Dafür erhielt er am 6.4.1691 die Erlaubnis, eine Grabstätte in Form eines chinesischen Pavillons zu errichten. Diese Grabstätte wurde von der Familie Simon nie benutzt.
1715 wurde der Friedhof zum ersten Mal erweitert.
1891 wurde ein neuer Gottesacker auf der Dresdner Straße im Anschluss an den schon bestehenden eingeweiht. Schon 8 Jahre später wurde dieser bis zur Neuen Straße erweitert.
1910 wurde wieder eine Erweiterung fällig. Da die Platzverhältnisse nicht mehr ausreichten, kaufte man der Stadt Oberlungwitz an der Lindenstraße ein Grundstück ab und weihte dort 1913 einen neuen Friedhof ein. Auf dem alten Gottesacker fanden noch bis 1938 Beerdigungen statt. Ein Teil des Friedhofs wurde dann an den Ernstthaler Gärtnermeister Richard Linke abgegeben. Der verbleibende Rest wurde nach dem zweiten Weltkrieg in eine Kleingartenanlage umgewandelt.
Als der neue Friedhof an der Lindenstraße eingeweiht wurde, ließen einige gut betuchte Ernstthaler ihre verstorbenen Verwandten auf den neuen Gottesacker umbetten. So war z. B. der Sohn des Fabrikanten und Königlichen Kommerzienrates Robert Pfefferkorn am 5.11.1905 im Alter von 29 Jahren verstorben. Pfefferkorn erwarb einen 31,5 qm großen Begräbnisplatz und bezahlte dafür 20,5 Goldmark.Von einem Dresdner Unternehmen ließ er ein Denkmal aus schwedischem Granit errichten. Die Kosten dafür beliefen sich auf 1200 Goldmark.
Da durch die Stilllegung des alten Friedhofs die Liegezeit nicht mehr gewährleistet werden konnte, ließ Pfefferkorn das Denkmal wieder abbrechen und auf dem neuen Friedhof wieder aufstellen mit Blickrichtung auf seine Fabrik und den Leichnam seines Sohnes umbetten.
Der neue Friedhof wurde 1977 noch einmal erweitert. Leider ist eine weitere Vergrößerung durch den Bau des Neubaugebietes "Sonnenstraße" nicht mehr möglich.
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