- Karl May – geboren in (Hohenstein-)Ernstthal, einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller.
- 25 Gedichte zu Trauer, Abschied und Trost – klicken Sie auf einen Titel.
- Gemeinfrei – alle Texte dürfen frei verwendet werden.
Worte zum Abschied – von (Hohenstein-)Ernstthals bekanntestem Sohn.
Einer der größten und bekanntesten Söhne unserer Stadt ist Karl May, geboren im Stadtteil Ernstthal. Viele sind mit Winnetou und Old Shatterhand aufgewachsen. Im Laufe der Jahre hat er auch das eine oder andere Gedicht zu Trauer und Abschied geschrieben. Einige davon finden Sie hier.
wohl auf in stiller Nacht,
ob dort in jenen Fernen
die Liebe mein gedacht.
Da kam ein Strahl hernieder,
hell leuchtend, in mein Herz
und nahm all meine Lieder
zu dir, Gott, himmelwärts.
Ich fragte zu den Sternen
wohl auf in stiller Nacht,
warum in jene Fernen
er sie emporgebracht.
Da kam die Antwort nieder:
»Denk nicht an irdschen Ruhm;
ich lieh dir diese Lieder;
sie sind mein Eigentum!«
Ich fragte zu den Sternen
wohl auf in stiller Nacht:
»Gilt dort in jenen Fernen
auch mir die Himmelspracht?«
Da klang es heilig nieder:
»Du gingst von hier einst aus
und kehrst wie deine Lieder
zurück ins Vaterhaus!«
dort an der Steppe Rand.
Es soll mein Fuß mich tragen
hinauf ins bess’re Land.
Dort ladet, wie ich glaube,
zur Ruhe man mich ein,
und von dem Wanderstaube
werd ich gereinigt sein.
Ich sehe Berge ragen
empor zum geistgen Ziel.
Es türmen sich die Fragen,
doch frage ich nicht viel.
Es wird ja doch beim Steigen,
halt ich zuweilen an,
sich ganz von selber zeigen,
wie weit ich schauen kann.
Ich sehe Berge ragen
bis in des Lichtes Reich.
Der Glaube wird mir sagen
den Weg, den rechten Steig.
Dort find ich offne Türen:
Mein Engel tritt heraus
und wird mich weiter führen
bis in das Vaterhaus.
und ahnst noch nichts von Himmelszeit.
Nach welcher Gott wohl rechnen werde,
darüber weißt du nicht Bescheid.
Zwar hast du dem metallnen Munde
die irdschen Zeichen eingeprägt,
doch hörst du nicht die wahre Stunde,
die tief in deinem Innern schlägt.
Durch deine Zeit ward dir geboren
des Lebens ganze, schwere Last;
die wahre Zeit ging dir verloren,
weil du sie nicht begriffen hast.
Nun schmerzt dich manche, manche Wunde,
doch machte keine noch dich klug:
Du hast versäumt die Gottesstunde,
als sie in deinem Innern schlug.
Will’s Gott in seiner Gnade geben,
daß sie dir nochmals schlagen mag,
so trittst du in ein neues Leben
an deinem ersten Himmelstag.
Nur lausche, lausche stets der Kunde,
die dir sein Engel abwärts trägt;
versäume nicht die Gottesstunde,
wenn wieder an dein Herz sie schlägt!
und sprich: »Nimm mich, o Vater, wieder!«
Im Himmel war ich mir zu klein;
ich wollte Herr der Erde sein,
und um sie ganz und gar zu erben,
gab ich den kühnen Preis, zu sterben.
Geh hin, mein Herz, und kniee nieder,
und sprich: »Nimm mich, o Vater, wieder!«
Mir war zu eng die Ewigkeit;
ich trat als Sünder in die Zeit
und hab in keiner ihrer Stunden
das, was ich mir versprach, gefunden.
Geh hin, mein Herz, und kniee nieder,
und sprich: »Nimm mich, o Vater, wieder!«
Ich war verblendet, war betört,
als ich mich gegen dich empört,
und will es niemals wieder wagen,
dich nach dem Herrscherrecht zu fragen.
Geh hin, mein Herz, und kniee nieder,
und sprich: »Nimm mich, o Vater, wieder!«
Jetzt ist die Erde mir zu klein;
ich will im Himmel wieder sein
und bin bereit, um ihn zu erben,
dem Irdschen wieder abzusterben.
Ade, mein Heim, und doch auch nicht ade!
Ich scheide zwar, doch leist ich nicht Verzicht,
daß ich dich einst nach Jahren wiederseh.
Ob dich mein Fuß für eine Zeit verläßt,
du hältst doch meine ganze Seele fest.
Ans Land, wo meine Wiege einst gestanden,
bleib ich gekettet mit geheimen Banden.
Ich gehe fort, und dennoch geh ich nicht.
Ade, lieb Mütterlein, und nicht ade!
Ob auch der Mund das Wort des Abschieds spricht,
das Herz weiß doch, daß ich nicht von dir geh.
Treibt das Geschick mich in die Welt hinaus,
es scheint nur so; ich bleib bei dir zu Haus.
Wohl mag der Gram mein Gehn ein Scheiden nennen,
die Ferne kann nie Sohn und Mutter trennen.
Ich gehe fort, und dennoch geh ich nicht.
Ade, ihr Lieben, und doch nicht ade!
Trägt mich der Tod jetzt auf zum ewgen Licht,
wißt, daß unsichtbar stets ich bei euch steh.
Von Gott zu eurem Schutz herabgesandt,
halt über euch ich meine treue Hand.
Es stirbt der Körper nur, und nach dem Tode
wird mein Gebet für euch ein Himmelsbote.
geh nicht vorbei an unbekanntem Grabe.
Hör mich, ja auch um deinetwillen, an,
und glaube, was ich dir zu sagen habe!
Ein jeder Mensch, der nach dem Himmel strebt,
soll hier ein liebes, gutes Wörtlein sagen;
es wird der Seele, die da oben lebt,
auf Händen des Gebets emporgetragen.
Dort nimmt sie es mit Freuden in Empfang
und lächelt dankbar auf den Spender nieder,
und dieses Lächeln strahlt ihm lebenslang
das, was er gab, mit tausend Zinsen wieder.
o welche Wonne, welche selge Lust!
Die Mutter ist so fromm; sie ist so rein,
und ich will so wie sie auch immer sein.
Ich schlafe ein an meiner Mutter Brust;
o welche Wonne, welche selge Lust!
Sie ist so lieb; sie ist so mild, so gut;
ich sag ihr Alles, was mir wehe tut.
Ich schlafe ein an meiner Mutter Brust;
o welche Wonne, welche selge Lust!
Geht sie dereinst in Gottes Himmel ein,
wird sie mein Engel, o mein Engel sein!
und möcht am liebsten scheiden gehn.
Die Blätter fallen rings umher;
wie lange, Herr, soll ich noch stehn?
Ich bin nur ein bescheiden Gras,
doch eine Ähre trag auch ich,
und ob die Sonne mich vergaß,
ich wuchs in Dankbarkeit für dich.
Ich bin so müd, so herbstesschwer,
und möcht am liebsten scheiden gehn,
doch brauche ich der Reife mehr,
so laß mich, Herr, noch länger stehn.
Ich will, wenn sich der Schnitter naht
und sammelt Menschengarben ein,
nicht unreif zu der Weitersaat
für dich und deinen Himmel sein.
hinaus ins Leben, in die weite Welt.
Doch nirgends bot sich mir bei meinem Wandern
die rechte Stelle für mein kleines Zelt.
Ich kehre heim! Ich sehe rings ein Trachten
nach Zielen, die nicht meine Ziele sind.
Ich will zurück zu jenen selgen Tagen,
wo ich an dich und deiner Engel Schar
so innig glaubte, ohne viel zu fragen,
und nur dein Kind und gar nichts Andres war.
Ich kehre heim! Ich bin des Hastens müde
nach Flitterkram, nach gleißnerischem Ruhm.
Ich kehre heim. Mein himmlischer Berater,
ich bin so gern dein Kind, so gern noch klein:
Du warst schon meiner Jugend Schirm und Vater
und sollst es, wenn ich sterbe, auch noch sein!
und blieb dort an der Türe stehen.
Ich sah so viele Engelein
hinaus und wieder einwärts gehen.
Sie schwebten leuchtend hin und her,
der Himmel hier und dort die Erde,
auf letzterer zu fragen, wer
sich ihnen anvertrauen werde.
Das tat mir so unendlich leid,
daß ich von meinem Traum erwachte
und nun seitdem und allezeit
den Engeln zu gehorchen trachte.
O, könnte Jeder so, wie ich
einmal im Traum zum Himmel gehen,
es würde dieser sicherlich
nicht mehr vergeblich offen stehen!
du schöner, goldner Tag.
Bist du von uns geschieden,
ich doch nicht trauern mag.
Du kehrst doch morgen wieder;
nicht ewig währt die Nacht;
dann steigst du vom Himmel hernieder
in neuer uns segnender Pracht.
So werd auch ich in Frieden
von hinnen scheiden gehn;
es gibt doch schon hinieden
ein geistig Auferstehn.
Als segnender Engel, ihr Lieben,
kehr täglich zu euch ich zurück.
seit meinem ersten Tag bin ich geborgen.
Er kennt mein Herz mit allem seinem Weh,
mit seinen großen, seinen kleinen Sorgen.
drum gibt’s für mich nichts, was mich bange macht;
ich weiß es ja, ich steh in Gottes Hand.
Ich bin in Gottes Hand, die mich so sicher stellt,
daß keinem Feind ich in die Hände falle.
Drum fürcht ich mich nicht mehr vor der ganzen Welt,
so lang ich gläubig seine Pfade walle.
Sein Eigentum bin ich in Ewigkeit;
ich steh und bleib in meines Gottes Hand.
kenn nicht das Ziel, kenn weder Zeit noch Ort.
Das Auge weint; es tut das Herz mir weh,
doch zag ich nicht. Ade, ade, ade!
Ade, ade! Ich ziehe von dir fort
und nehm den Glauben mit als meinen Hort.
Er kündet mir, indem ich von dir geh,
ein Wiedersehn. Ade, ade, ade!
Ade, ade! Ich ziehe von dir fort
und sage dir ein liebes, schönes Wort:
Wenn ich auch nicht an deiner Seite steh,
es schützt dich Gott. Ade, ade, ade!
für mich gibt’s keinen Leichenstein!
Ich, der ich nun verklärt mich habe,
will doch für euch kein Toter sein!
Warum das Weinen und das Klagen,
wozu der Gram, das Herzeleid?
Was ihr von mir hinausgetragen,
war nur das abgelegte Kleid.
Ich bin im Geist bei euch geblieben,
für den es keine Trennung gibt,
und werde euch auch ferner lieben,
so, wie ich euch bisher geliebt.
Drum, nehmt den Stein von meinem Grabe,
da ihr nun wißt, ich lebe noch!
Wenn ich euch auch verlassen habe,
so bleibt euch meine Seele doch.
verhaltnes Schluchzen in der Brust,
so wolle ja nicht, ja nicht wähnen,
daß du mit Worten trösten mußt.
Vermeide es, ihn zu beraten;
geh weiter, aber sende dann
die Liebe, die in stillen Taten
ihm heimlich, heimlich helfen kann.
Berührt ein kalter Schall die Wunde,
so schmerzt er nur und heilt sie nicht;
der Trost wohnt nicht im leeren Munde,
er ist des Herzens tiefste Pflicht.
Vor einem Wort am rechten Orte
kehrt wohl der Harm beruhigt um,
doch wahrer Schmerz hat keine Worte,
und auch der wahre Trost ist stumm.
die ernsteste, die es wohl gibt,
so soll kein Herze um mich klagen,
und wenn es noch so sehr mich liebt.
Ich habe mich dann durchgerungen
und werf das enge Kleid von mir,
hab meine Seele freigesungen.
Geh heim, doch noch nicht fort von hier.
Es lag in mir ein doppelt Leben;
das eine kennt die Erde nicht;
das andre hab ich euch gegeben;
es wurde für euch zum Gedicht.
Macht dieses Leben euch zu Eigen;
denkt und empfindet euch hinein,
so werde ich die Hand euch reichen
und niemals ferne von euch sein.
Drum trauert nicht, wenn mir die Stunde,
die mich zum Vater ruft, einst schlägt.
»Ich weiß, daß mein Erlöser lebt.«
Warum willst du nicht gütig sein?
Dein Leben sei wie ein Gedicht,
das Titelwort »Nur Sonnenschein«.
Sie küßt die Sterne ohne Wahl;
sie weiß von Gunst und Vorzug nichts.
Es trifft den Berg wie auch das Tal
die ganze Fülle ihres Lichts.
Sei lieb; sei gut, und zürne nicht;
denk immer an den Sonnenschein;
dann wird dein Leben ein Gedicht
des Himmels für die Erde sein!
Du gingst und bist wahrscheinlich doch geblieben.
Obzwar die Trauer gern vom Scheiden spricht,
der Himmel hat’s wohl anders vorgeschrieben.
Wir waren Eins im Glauben und im Lieben;
du trachtetest wie ich nach Gottes Licht;
so sind wir also doch vereint geblieben
und beide glücklich; ich verlor dich nicht!
sie lehrte mich den ersten Schritt,
und weinte ich zum Herzerbarmen,
so weinte sie erbarmend mit.
Zwar ist sie längst von mir gegangen;
ich selbst bin alt, fast schon ein Greis,
und fühl mich doch von ihr umfangen,
die mich noch jetzt zu segnen weiß.
So oft ich Sterne leuchten sehe,
hell wie in meiner Jugendzeit,
hör ich ihr Wort: »Was auch geschehe,
du und dein Glück, ihr seid gefeit.«
Großmütterchen, sag, wachst du noch?
so manches Mal und, ach, so lang, so schwer.
Wie das mich nun bedrückt, kann ich nicht sagen;
o komm noch einmal, einmal zu mir her!
Du starbst ja nicht; du bist hinaufgestiegen
zu reinen Geistern, meiner Mutter Geist.
Ich weiß, du siehst jetzt betend mich hier liegen;
o komm, o komm, und sag, daß du verzeihst!
Komm mir im Traum; komm in der Dämmerstunde,
wenn, Stern um Stern, der Himmel uns umarmt.
Bring mir Verzeihung, und bring mir die Kunde,
daß auch die Seligkeit sich mein erbarmt!
von deiner Wohnung betend auf den Knien.
Ich war bei dir; ich bat um deinen Segen
und fragte, ob du mir vielleicht verziehn.
Wir haben uns, du Geist, ich Staub, gefunden,
als ich durch dich den Weg zum Himmel fand,
und sind wie Leib und Seele nun verbunden,
wie Gottes Wille und des Menschen Hand.
Ich soll durch dich empor und zu dir reifen;
dann gehn wir weiter; das ist unser Bund.
Wenn nicht, so denk an deine Mutter doch,
wie sie so liebend über dir gewaltet
und dir die kleinen Händchen fromm gefaltet.
Kannst du noch beten? Sag, kannst du es noch?
Wenn nicht, so denk an deine Kinder doch!
Was kann der irdische von ihnen wollen,
wenn sie den himmlischen nicht achten sollen?
Kannst du noch beten? Sag, kannst du es noch?
Wenn nicht, so fasse Mut: versuch es doch!
Die Todesangst wird dieses Wort dir zeigen.
Vielleicht zu spät: die Antwort ist dann – – Schweigen!
»Jenseits des Todes! Über unsern Sternen!
Hier ist die Zeit, und grad nur in der Zeit
hat für das ewge Leben man zu lernen.«
So hört es denn: Die Ewigkeit ist dort,
ist hier, ist vor und nach euch, allerorten.
So lebt ihr also in der Ewigkeit;
euch ward die Gnade, sie als Zeit zu fassen.
Benützt ihr sie, so wird als Seligkeit
der Herr sie euch für ewig, ewig lassen.
wie größer es kein andres, zweites gibt:
Wer Liebe finden will, muß selbst auch lieben,
weil nur empfangne Liebe wieder liebt.
Nur der versteht es, recht und wahr zu lieben,
der die empfangne Liebe weiterliebt.
O Gott, o Liebe, nimm mich ganz zu eigen;
ich gebe mich dir durch dich selber hin.
Führ mich in dich, und laß zu dir mich steigen,
bis einst ich auch nur Liebe, Liebe bin!
gesprochen für der Menschheit Heil und Glück.
Es bleibt euch offen die vertraute Pforte,
o kehret gern, kehrt als Gebet zurück!
Es wechseln in der Sterblichkeit die Zeiten,
der Glaube aber bleibt unwandelbar
und wird einst siegreich über Alles schreiten,
was ihn verhöhnte, weil es sterblich war.
Doch sollt ihr nicht das Schwert des Glaubens schwingen,
nein, nur des Glaubens Schild ist euch erlaubt.
Doch will er dann die Feinde niederringen,
so kann er das durch Liebe nur allein!
Wir begleiten Sie persönlich.
– auch bei Fragen zur Trauerfeiergestaltung –